Schnittstelle zwischen Kunde und Team: Der Scrum Product Owner

Der Scrum Product Owner bildet die Schnittstelle zwischen dem agilen Team und Kunden. Er versteht die Bedürfnisse des Endkunden und übersetzt diese für das Scrum Team in klare Anforderungen. Der Product Owner versteht die Vision des Projekts aus Sicht des Kunden und sorgt dafür, dass jeder Entwicklungsschritt den gewünschten Mehrwert liefert. So synchronisiert der Product Owner die Erwartungen und Wünsche des Kunden mit den praktischen Anforderungen des Teams für die agile Umsetzung. Im agilen Scrum Projektmanagement ist der Product Owner darum sowohl für die Abnahme der Arbeitsergebnisse des Teams als auch für den Erfolg des Projekts maßgeblich verantwortlich.

Grafik aus zwei blauen Kreisen mit einer Schnittmenge, welche das Verhältnis von Kunde zu Team und die Aufgaben des Scrum Product Owner darstellt
Der Scrum Product Owner vermittelt zwischen Kunde und Team

Alle Anforderungen in einem dynamischen Dokument

Der Product Owner ist bei Scrum dafür zuständig, alle Anforderungen an das Produkt (bzw. das Projekt) zu dokumentieren. In Scrum wird dieses Product Backlog genannt. Dieser Anforderungskatalog muss für alle im Team jederzeit zugänglich sein, um Transparenz zu gewährleisten. Anders als im traditionellen Projektmanagement ist der Anforderungskatalog zu Beginn nicht vollständig, sondern wird vom Product Owner kontinuierlich ergänzt, verfeinert und priorisiert. Der Product Owner stellt durch die Pflege und Kommunikation aller Anforderungen sicher, dass die Ziele des Projekts eingehalten werden und mit jedem Entwicklungsschritt ein echter Mehrwert an den Kunden ausgeliefert werden kann.

Übernimmt Aufgaben eines Projektmanagers

Agile Projektmanager arbeiten anders

Der Product Owner übernimmt einige der Aufgaben eines traditionellen Projektmanagers: So ist er auch für die Erstellung eines Produktkonzepts zuständig, sofern dies erforderlich ist. Der Scrum Projektmanager ist zudem für das Erreichen des Projektziels und den Erfolg des Projekts verantwortlich. Er allein trifft die Entscheidung über den Auslieferungszeitpunkt des Produkt-Inkrements, die Funktionalität und Kosten sowie einen möglichen Abbruch eines Entwicklungsintervalls („Sprint“). Der Product Owner steht jederzeit für Rückfragen des agilen Teams zur Verfügung und nimmt nach Möglichkeit auch an den täglichen, 15-minütigen Team-Meetings, den Daily Scrums, teil. Bei diesen Meetings macht er sich ein Bild vom Fortschritt des Projekts, greift jedoch nicht in die Selbstorganisation des agilen Teams ein.

Product Owner ist verantwortlich für Anforderungen und Abnahme

Nur der Product Owner kann den Status von Anforderungen anpassen. Er setzt den Status auf „ready“ (umsetzungsbereit), sobald die Anforderung ausreichend verfeinert und von allen im Team verstanden wurde. Erst dann kann das Scrum Team mit der Umsetzung der Anforderung beginnen. Nach der Abnahme des gelieferten Arbeitsergebnisses am Ende eines Entwicklungsintervalls („Sprint“) im so genannten Sprint Review setzt der Product Owner den Status der Anforderung auf „done“, d.h. dieser Bestandteil des Projekts genügt den im Team vereinbarten Qualitätsstandards, ist getestet, funktioniert und somit fertig zur Auslieferung an den Kunden.

Der Product Owner kennt die Bedürfnisse aller Stakeholder

5 Phasen der Digitalen Transformation

Der Product Owner hat nicht nur den Kunden, sondern ALLE Stakeholder des Projekts im Blick. Dies können auf der einen Seite externe Stakeholder sein wie Auftraggeber, Produktnutzer oder Dienstleister; auf der anderen Seite berücksichtigt er auch die Interessen der internen Stakeholder – zum Beispiel das eigene Management, die Personalabteilung oder den Vertrieb, welche ebenfalls Einfluss auf die Anforderungen des Projekts haben können. Gerade gegenüber dem Kunden nimmt der Product Owner im agilen Projektmanagement nach Scrum eine zentrale Rolle ein. Er sorgt dafür, dass die Wünsche des Kunden in klare Anforderungen an das Projekt „übersetzt“ werden. Neben dem Scrum Master übernimmt der Product Owner damit eine wichtige Rolle in der Digitalen Transformation von Unternehmen.

Techniken zur Ermittlung der Anforderungen

Die Wünsche der Stakeholder sind oftmals sehr divers und werden mitunter in sehr kreativen Umschreibungen geäußert, mit denen ein Entwicklungsteam mitunter wenig anfangen kann. Der Product Owner nutzt darum eine Bandbreite an Techniken zur Ermittlung der Anforderungen. So kann er sich ein genaues Bild von den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden machen und diese in klare, pragmatische und evaluierbare Anforderungen für das agile Team „übersetzen“.

  • Befragungstechniken (Interview, Fragebogen)
  • Beobachtungstechniken (Feldbeobachtung, Apprenticing ...)
  • Kreativitätstechniken (Brainstorming, Sechs-Hut-Denken, Bionik...)
  • Dokumentenzentrierte Techniken (Systemarchäologie, perspektivenbasiertes Lesen, Wiederverwendung existierender Dokumentationen)
  • Unterstützende Techniken (Mindmapping, Audio-/Videoaufzeichung, Use Case Modellierung ...)
  • Design Thinking

Hier finden Sie aktuelle Beispiele, wie Scrum Projektmanagement für die Digitalisierung des Mittelstands genutzt wird.

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Agilero

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