Praxis4future: Die Zukunft des Gesundheitswesens erleben

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist kein technisches Problem – sie ist eine gewaltige kognitive und kommunikative Herausforderung. In einem Sektor, der von Tradition und hoher Verantwortung geprägt ist, scheitert der Wandel oft an der Unnahbarkeit der Begriffe. Mit Praxis4future habe ich für die Kassenärztliche Vereinierung Nordrhein (KVNO) ein Projekt konzeptionell orchestriert, das als Prototyp für die gelungene Vermittlung komplexer Transformation gilt. In dieser Erlebniswelt werden nicht nur virtuell, sondern physisch die vielfältigen Hebeeffekte der Digitalisierung im Praxisalltag erlebbar gemacht.

Von der Vision zur Strategie: Der kognitive Rohbau

Mein Weg bei dieser wegweisenden Initiative begann weit vor der Eröffnung. In intensiven Workshops mit der KVNO war es meine Aufgabe, den Prozess konzeptionell zu steuern und die heterogenen Erwartungshaltungen der Stakeholder in ein gemeinsames Zielbild zu überführen. Wir haben nicht nur aktuelle Trends evaluiert, sondern bewusst visionäre Entwicklungen in den Fokus gerückt.

Hier zeigte sich die erste strategische Hürde: Wie überführt man die theoretische Komplexität des Gesundheitswesens in ein Narrativ, das tausende niedergelassene Ärzte nicht nur erreicht, sondern bewegt?

Abstraktion als Führungswerkzeug:
Storylines für den Wandel

Nach der konzeptionellen Phase folgte die kreative Verdichtung. Ich habe die teils hochgradig komplexen, technisch anspruchsvollen Workshop-Ergebnisse strukturiert und didaktisch so weit abstrahiert, dass daraus narrative Architekturen für greifbare Zukunftsszenarien entwickelt werden konnten.

So entstanden Storylines für großformatige Filme im Illustrationsstil, die den Einstieg in die Praxis4future bildeten. Wir haben uns den zentralen Fragen gestellt, die jeden Praxisinhaber umtreiben:

  • Anmeldung: Wie läuft der Patientenkontakt in einer hybriden Welt ab?

  • Kollaboration: Wie verändert sich die Kommunikation mit Kollegen und Mitbehandlern?

  • Interaktion: Wie sieht das Sprechzimmer der Zukunft aus, wenn Künstliche Intelligenz die dritte Partei im Raum wird?

Diese Filme waren kein bloßes Beiwerk. Sie dienten als strategische Eisbrecher, um komplexe Fragestellungen sympathisch und niederschwellig zu dechiffrieren.

In dem Szenario „Kollegenkommunikation“ kann der Besucher über Icons auf dem Touch Screen zusätzliche Informationen z. B. zur Künstlichen Intelligenz auswählen.

Individuell und interaktiv: Datenbasierte Entscheidungsfindung

Echte Transformation braucht Relevanz für das Individuum. Deshalb beginnt die Interaktion in der physischen Praxis4future in Köln und Düsseldorf mit einem digitalen Self-Check. Besucher geben ihre spezifischen Interessen und bereits genutzten Lösungen an. Dieser Input dient als Basis für ein maßgeschneidertes Erlebnis vor Ort. Dadurch wird nicht nur die Präsentation vor Ort auf die Bedürfnisse der Praxisinhaber zugeschnitten, vielmehr können individuelle Reportings erstellt werden, die gezielte Beratungsinformationen bis hin zu konkreten Lösungsvorschlägen identifizieren. Ein ganz besonderer Mehrwert, den nur die KV Nordrhein ihrer Ärzteschaft bieten kann: Durch eine Schnittstelle zur eigenen Datenbank kann der Besucher sogar erfahren, wie verbreitetet bestimmte technologische Lösungen in seinem Fachbereich sind. 

Dieser individuelle Besucherreport ist der entscheidende Schritt von der allgemeinen Information hin zur konkreten Lösungssuche. Es ist der Beweis, dass Daten – klug kuratiert – die beste Entscheidungsgrundlage für den Wandel sind.

Digitale Lösungen wie der Self Check-In erleichtern schon heute den Praxisalltag.

Praktische Anwendung vor Ort: Digitalisierung zum Anfassen

Nach der thematischen Einführung durch die Filme können Besucher der Praxis4future die vorgestellten Lösungen live testen. Die praktische Anwendung des Gezeigten vor Ort und das reale Arbeiten mit den Systemen unter realen Bedingungen gewährleisten maximale Authentizität und damit einen deutlichen Mehrwert. Frei nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“ werden dabei Vorbehalte abgebaut, die eventuell gegenüber digitalisierten Lösungen bestehen, die im ersten Schritt für Praxisinhaber oftmals eine erhebliche Investition und ggf. auch eine Schulung des Praxis-Teams erfordern, bevor sie sich im Alltag bewährt machen.

Wie die Praxis4future Ärzte für die Digitalisierung begeistert

Das übergeordnete Ziel von Praxis4future ist es, Ärzte und medizinisches Personal für die Digitalisierung zu begeistern und sie durch ihren konkreten Nutzen zu überzeugen.  Darum werden eine Vielzahl konkreter sowie visionärer Digitalisierungsmöglichkeiten in der Praxis4future präsentiert, darunter die Online-Terminvergabe, Self Check-In, digitale Anamnese, der elektronische Arztbrief, das eRezept, Videokonsil, Telemonitoring, elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU), digitale Hausbesuche, Diagnose-Unterstützung durch künstliche Intelligenz und vieles mehr.

Praxis4future vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert

Dieser Ansatz hat auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beeindruckt: Zur Förderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen erhält die praxis4future eine Förderung in Höhe von 450.000 Euro. Die Auszeichnung validiert das Projekt als nationalen Benchmark für die digitale Transformation. Dabei habe ich gezeigt, wie man durch die Symbiose aus Technologie und Storytelling echte Akzeptanz für den Wandel schafft.

Als strategischer Gestalter hat Sean Kollak die Praxis4future von Anfang an begleitet.

Mein Fazit: Transformation durch Erfahrung

Vom ersten Workshop bis zur Eröffnung der Praxis4future war meine Rolle die eines strategischen Gestalters. Ich habe die Vision der KV Nordrhein in eine Erlebniswelt übersetzt, die im deutschen Gesundheitswesen Maßstäbe gesetzt hat.

Es zeigt: Transformation gelingt dann, wenn wir die Komplexität nicht verstecken, sondern sie durch kluge Strukturierung und empathisches Storytelling beherrschbar machen. Mein Dank gilt der KV Nordrhein, dass ich nach der Website zur Corona-Impfkampagne und dem Karriere-Portal auch dieses Benchmark-Projekt federführend gestalten durfte.

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Bild von Agilero

„Die Digitalisierung war erst der Anfang.“ AGILERO orchestriert den Wandel an der Schnittstelle von Technologie, Strategie und Kreativität. Ich begleite Unternehmen dabei, ein einzigartiges KI-Betriebsmodell zu erschaffen, statt sich nur an bestehende KI-Tools anzupassen und Trends hinterherzulaufen..

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